Flädlesuppe, Maultaschen und Zwiebelrostbraten haben Burhan Sabanoglu zum bekanntesten türkischen Wirt in Stuttgart gemacht. In seinem ersten Kochbuch “Burhan kocht” beschreibt er auch seinen langen professionellen Weg von der Kochlehre im Istanbul der 60er Jahre bis in die Mitte der heutigen Stuttgarter Gesellschaft und in den “Murrhardter Hof”, den er 2006 übernahm. 

“Ich wollte nie etwas anderes als Koch werden”

Alles, was an Anerkennung für einen Wirt nur denkbar ist – Burhan Sabanoglu  hat es erreicht: Er hat Stammgäste aus allen gesellschaftlichen Schichten. Es gibt kaum eine Auflistung original schwäbischer Küche in Stuttgart und so gut wie keine Artikelserie über gelungene Integration, die ihn auslassen würden. Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” hat ihn jüngst sogar zum langen Interview über die kulinarische Entwicklung in Deutschland nach Hamburg eingeflogen.

Der aus der anatolischen Provinz Kastamonu stammende Koch ist in der Landeshauptstadt zur Legende geworden. Er selbst glaubt, dass das an seinem schon in früher Jugend im heimatlichen Dorf gefassten Entschluss liegt, “nie etwas anderes werden zu wollen als Koch” – und dafür “jeden Tag dazuzulernen”. Nur so habe er es geschafft,  dass seine Gerichte ganz genauso schmecken wie bei der schwäbisch-alemannischen Mutter, Oma oder Tante. 

“Was du lernst, kann dir niemand wegnehmen”

“Was du lernst, kann dir niemand wegnehmen”, fasst Sabanoglu seinen langen Lebensweg als Koch zusammen. Dieser führte ihn von der Lehre im renommierten Istanbuler Hilton-Hotel und einer Stelle als junger Privatkoch eines türkischen Ministerpräsidenten schließlich nach Deutschland.

Burhan Sabanoglu kam als gut ausgebildete und selbstbewusste Fachkraft im Stuttgart der 70er Jahre an. Hier eignete er sich in zahlreichen Häusern die Grundlagen der schwäbischen Küche an. Seit fast zehn Jahren beweist Burhan Sabanoglu nun in seinem eigenen Lokal, dem Murrhardter Hof, dass Spätzle und guter Zwiebelrostbraten multikulturelle Zukunft haben.

 “Perfekte schwäbische Küche und anatolische Gastfreundschaft”

Für Flädlesuppe, Kartoffelsalat und Ofenschlupfer, die Burhan selbst seit Jahrzehnten täglich und in großer Menge zubereitet und serviert, haben weder er noch sein Team jemals schriftliche Anleitungen gebraucht. Nicht einmal, wenn im Murrhardter Hof wie fast jede Woche 150 Maultaschen von Hand gefüllt werden müssen. In seinem schwäbischen Kochbuch hat Burhan Sabanoglu nun einfach erzählt, wie er kocht. Ein Beispiel für seine schöne anatolisch gefärbte Beschreibung: Ein richtiger Spätzleteig müsse “halt einfach so weich sein wie ein Ohrläppchen”.

 

Der Stammgast Edzard Reuter hat ein Vorwort zu Burhans Buch beigesteuert. Burhans Küche ist für ihn ein Beweis, dass es sich beim Begriff Integration “nicht um eine leere Floskel handelt, sondern um tägliche Wirklichkeit.” Burhan habe die “traditionelle Gastfreundschaft seines Heimatlandes mit einer perfekten schwäbischen Küche zu einer einzigartigen Atmosphäre” gepaart.  

Mark Jörns hat die Gerichte aus dem Murrhardter Hof für das Buch fotografiert. Das Buch wird vom jungen deutsch-spanischen Medienunternehmen Mimenu verlegt, das sich auf Themen der Gastronomie spezialisiert hat.

Burhan kocht – Schwäbische Küche aus dem Murrhardter Hof
MiMenu Edition, Stuttgart 2017, 100 Seiten, 20 Euro, Bestellung beim Verlag hier.
ISBN: 978 3 9817242 8-8

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